Schlaf-Apnoe-Syndrom

Man unterscheidet zwischen Schlafapnoe mit und ohne Obstruktion sowie zentraler Schlafapnoe. In Europa sind geschätzte 25 Millionen Erwachsene von einer obstruktiven Schlaf-Apnoe (OSA) betroffen. Obwohl eine gesteigerte öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber den Konsequenzen einer unbehandelten OSA besteht, sind noch immer etwa 90% aller Betroffenen nicht diagnostiziert.
Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS)
Erst wenn es nachts zu Atemstillständen kommt, die bis zu 30 Sekunden andauern und bis zu 100-mal pro Nacht auftreten können, hat Schnarchen einen Krankheitswert. Das Gehirn hat dann einen Sauerstoffmangel, die Betroffenen sind tagsüber oft müde, schlafen ungewollt ein und sind antriebslos. Daneben bestehen Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, Bluthochdruck etc. Dieses Krankheitsbild nennt sich "Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS)".
Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS)
Die weitaus häufigste Form ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Bei der OSAS erfolgt während des Schlafens wiederholt ein Kollaps im Rachenraum. Durch den entstehenden Unterdruck verengen sich die oberen Atemwege derart, dass sie zeitweise komplett blockiert werden. Damit wird die Atmung für einige Sekunden vollständig unterbrochen, was an Pausen des Schnarchens zu erkennen ist. Bedingt durch den Atemstillstand sinkt der Sauerstoffgehalt und der Kohlendioxidgehalt steigt im Gegenzug an. Zugleich verlangsamt sich der Puls. Ein Zustand, der eine umgehende Alarmmeldung an das Gehirn auslöst. Das Atemzentrum gibt daraufhin sofort den Befehl zur Verstärkung der Atmung sowie zum Anstieg von Blutdruck, Herzfrequenz und Muskeltonus. Damit setzt die sogenannte Weckreaktion (Arousal) ein: Durch die Steigerung der Muskelspannkraft können sich die Atemwege wieder öffnen. Das ist meist von ungewöhnlich tiefen Atemzügen und lauten Schnarchgeräuschen begleitet.
Unregelmäßiges und heftiges Schnarchen gilt als ein wesentliches Symptom für ein OSAS.
OSAS hat keine einzelne Ursache. Folgende Risikofaktoren können eine OSAS begünstigen:
- Behinderung der Nasenatmung durch Polypen, vergrößerten Nasenmuscheln sowie Nasenscheidewandverkrümmung.
- Vergrößerte Rachenmandel (v. a. bei Kindern).
- Konstitutionelle Erschlaffung der Rachenmuskulatur (Veranlagung).
- Adipositas (Übergewicht).
- Alkoholkonsum, Schlafmittel, Nikotin, Drogen wie Ecstasy.
- Dolichofazialer Gesichtstyp (das heißt, im Fernröntgenseitenbild eines Erwachsenen erkennt man, dass der Unterkieferwinkel groß ist). Dadurch liegt die Rachenmuskulatur weit an der Rachenhinterwand und das Lumen ist verengt.
- Angeborene Fehlbildungen und Fehlstellungen des Unterkiefers (Pierre-Robin-Sequenz, Goldenhar-Syndrom).
- Vergrößerung der Weichteile (z.B. Zunge), hervorgerufen durch Akromegalie.
Mögliche Komplikationen
Ein unbehandeltes OSAS trägt als unabhängiger Risikofaktor zu folgenden Gesundheitsstörungen bei:
- 7-mal höheres Schlaganfallrisiko als Gesunde
- 30 % erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt
- Erhöhte Unfallgefahr als Fahrzeugführer
- Erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten
- Nachlassende Gedächtnisleistung
- Herzmuskelerkrankungen
- Herzrhythmusstörungen
- Erhöhter Bluthochdruck
- Herzrasen und Atemnot
- Gemütsveränderungen
- Tagesmüdigkeit
- Kopfschmerzen
- Sodbrennen
- Depression
- Impotenz
- Ödeme
Sollten Sie o. g. Symptome bei sich feststellen, so ist eine weitere fachärztliche Abklärung in unserer HNO-Praxis in Hamburg Langenhorn dringend erforderlich. Durch eine Erfragung der Krankengeschichte, sowie eine ausführliche Diagnostik kann die Ursache des Schnarchens eingegrenzt und entsprechend therapiert werden. Dabei kommen sowohl eine Beratung zur Lebensführung, wie zuletzt auch die modernste und schonendste chirurgische Schnarchtherapie, die RaVoR™, infrage.
Diagnose des Obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms (OSAS)
Bisher war der Gang ins Schlaflabor der einzige Weg, Schlafstörungen sicher zu diagnostizieren. Hierbei wird der Patient aufwendig mit vielen Messgeräten verkabelt und per Videoaufzeichnung überwacht.
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Die obstruktive Schlafapnoe ist deutlich häufiger und auch schwerwiegender als die zentrale Schlafapnoe.
Zentrale Schlafapnoe
Bei der zentralen Schlafapnoe verschließen sich die oberen Atemwege nicht. Dafür wird die Muskulatur des Brustraums inaktiv. Das führt dazu, dass die Atmung nicht ausreichend angetrieben wird - es gibt zu wenige Atemzüge und diese sind nicht tief genug. In der Folge bekommt der Körper nicht genügend Sauerstoff, woraufhin die Alarmglocken im Gehirn läuten: Es sendet umgehend Wecksignale, damit der Betreffende aufwacht und seine Atmung wieder aufnimmt.