Intratympanale Kortikoidtherapie - Neue Hilfe bei H├Ârsturz

Schwerh├Ârigkeit bei H├Ârsturz Schwerh├Ârigkeit bei H├Ârsturz

Bislang war für Patienten nach einer erfolglosen Infusionstherapie bei Hörsturz nur die orale rheologische Therapie (Behandlungsverfahren, die die Fließeigenschaften des Blutes beeinflussen) möglich. Mit Hilfe der intratympanalen Applikation von Kortison ins Mittelohr kann nun Abhilfe geschaffen werden. Dieses Verfahren kann auch bei Risikopatienten, wie z. B. Diabetikern, angewendet werden. Das intratympanal applizierte Kortison wirkt nicht systemisch, sondern nur lokal und hat damit keinen Effekt auf den Blutzucker. Diese neue innovative Therapie wird in Deutschland seit einigen Jahren bei der Hörsturztherapie eingesetzt.



2010 wurde die neue Leitlinie zur Behandlung des akuten Hörsturzes von der Deutschen Gesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte veröffentlicht und die intratympanale Kortikoidtherpie in das Behandlungsschema des Hörsturzes mit aufgenommen. Mit diesen neuen Leitlinien liegen nun Richtlinien auf dem Tisch, die den HNO-Ärzten und Patienten eine klare Therapieoption bieten.
 

Die typischen Symptome für einen akuten Hörsturz sind plötzlicher Hörverlust sowie Druck im Ohr, daneben aber auch ein verzerrtes Hören sowie Schwindel und Ohrgeräusche. Dabei müssen nicht alle genannten Symptome zugleich auftreten.
 

Die Ursachen für einen akuten Hörsturz sind weiterhin bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht geklärt und liegen im Dunkeln. Mögliche Ursachen können Virusinfektionen, Durchblutungsstörungen und Störungen auf zellulärer Ebene sein. Risikofaktoren, welche zu einem akuten Hörsturz führen können, sind Rauchen, ein erheblicher Stress sowie verschiedenste Begleiterkrankungen.
 

Bei der Basistherapie hat sich nichts geändert. Die Initialtherapie oder auch “first line” Therapie erfolgt nach wie vor mit hochdosiertem Kortison, welches dann über Tage in immer niedrigeren Dosierungen ausgeschlichen wird. Gleichzeitig wird eine durchblutungsfördernde Therapie (rheologische Therapie) mit HES-Infusionen und/oder Pentoxifyllin empfohlen. Als “second line” Therapie wird nun die intratympanale Kortikoidtherapie empfohlen, die neben der Kortikoidgabe und rheologischen Therapie den dritten Pfeiler in der Behandlung des Hörsturzes darstellt.



Vorgehensweise bei der intratympanalen Kortikoidtherapie


Nach Lokalanästhesie des Gehörganges erfolgt eine Injektion von Kortikoid durch das Trommelfell ins Mittelohr. Als Nebenwirkung tritt gelegentlich kurzzeitiger Schwindel auf. Danach lässt man das so applizierte Medikament 20 Minuten im Liegen einwirken. Nach dem Aufrichten läuft das Kortikoid über den physiologischen Weg der Ohrtrompete ab. Insgesamt wird diese Prozedur 5 - 7 Mal im Abstand von 1-2 Tagen wiederholt.

Diese Therapie wird im Allgemeinen von allen Patienten sehr gut toleriert.