Flugtauglichkeit

Zur Erlangung der Flugtauglichkeit bieten wir in unserer HNO-Praxis in Hamburg Langenhorn eine HNO-ärztliche Eignungsuntersuchung mit Erstellung eines schriftlichen Attestes an. Hierbei werden eine ausführliche Anamnese und eine gründliche Untersuchung des Bewerbers durchgeführt.


Gezielte Diagnostik

Anamnese


Vor Durchführung der HNO-ärztlichen Untersuchung ist die Erhebung der genauen Anamnese notwendig. Gezielt zu erfragen sind sämtliche Vorerkrankungen (z. B. internistische und neurologische Systemerkrankungen), insbesondere aber auch Erkrankungen der Ohren, der Nase, des Mundes, des Rachens und des Kehlkopfes. Wichtig sind dabei auch Erkrankungen der Gleichgewichtsorgane sowie Schädel-Hirn-Traumen, Medikamente, Noxen und Operationen.


HNO-Spiegeluntersuchungen sowie Endoskopie


Obligater Bestandteil der Basisuntersuchung ist die klinische Untersuchung des Kopfes, des Gesichts und des Halses. Am Ohr wird mithilfe des Ohrmikroskops der äußere Gehörgang, die Beschaffenheit des Trommelfells sowie die Durchführbarkeit des Valsalva-Manövers beurteilt.

Beim Fliegen muss zur Vermeidung eines Trommelfellschadens ein Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum durchgeführt werden können. Diese Fähigkeit wird unter dem Ohrmikroskop anhand des Valsalva-Manövers beobachtet. Hierbei wölbt sich ein intaktes Trommelfell beim Druckausgleich zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr nach außen, was unter dem Ohrmikroskop beobachtet werden kann.

Zur Untersuchung der inneren Nase mit ihren Nasengängen sowie des dahinter liegenden Nasenrachenraumes setzen wir ein dünnes, flexibles Endoskop ein. Hierbei können auch die Zugänge der Nasennebenhöhlen endoskopisch beurteilt werden.

Die Mundhöhle wird durch eine Stirnlampe ausgeleuchtet. Hierbei kann auch der Zahnstatus erhoben werden. Des Weiteren kann so auch der Rachen untersucht werden.

Am Ende der HNO-ärztlichen Untersuchung wird der Kehlkopf mit einem starren Lupenendoskop über den Mund inspiziert. Sollte hierbei die oder der Untersuchte einen starken Würgereiz aufweisen, wird vor dieser Untersuchung eine Oberflächenbetäubung der Rachenschleimhaut durchgeführt. Als weitere Untersuchungsmöglichkeit bietet sich auch das dünne, flexible Endoskop an, welches über die Nase und den Nasenrachenraum bis zum Kehlkopf vorgeschoben werden kann.
 

Gleichgewichtsprüfung

Durch verschiedene Funktionstests wird das Gleichgewichtsorgan im Innenohr geprüft:


Beim Romberg-Test wird mit geschlossenen Augen auf der Stelle gestanden und beobachtet, ob eine Fallneigung in eine bestimmte Richtung auftritt. Im Unterberger-Tretversuch wird mit geschlossenen Augen auf der Stelle getreten. Liegt eine Störung des Gleichgewichtsorgans vor, dreht sich der Betroffene allmählich zur Seite der Störung hin, wohingegen der Gesunde die Körperrichtung kaum oder überhaupt nicht verändert. In verschiedenen Lagerungsmanövern auf der Patientenliege können unter der vergrößernden Frenzel-Brille nicht willentlich unterdrückbare Augenbewegungen (sog. "Nystagmen") bei demjenigen Patienten beobachtet werden, der unter einem sog. Lagerungsschwindel, einer häufigen Erkrankung, leidet.

Mithilfe der "kalorischen Prüfung" werden Funktionsstörungen der Gleichgewichtsorgane festgestellt. Durch Reizung der Gleichgewichtsorgane mit warmer und kalter Luft bzw. Wasser kommt es zu Drehschwindel mit unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmen). Hierdurch kann die Untererregbarkeit oder auch der vollständige Ausfall eines Gleichgewichtsorgans festgestellt werden. Um auch kleinste Augenbewegungen, die vom Arzt unter der Lupenbrille nicht erkannt werden können, festzustellen, wird die Untersuchung mithilfe einer Videonystagmografie (VNG zur Registrierung der Augenbewegungen) durchgeführt. Diese Registrierung lässt Rückschlüsse darüber zu, ob die Störungen im Bereich des Gleichgewichtsorgans, des Hirnstamms oder des Kleinhirns lokalisiert sind.


Hörtest und Mittelohrdruckmessung


Ein Hörtest wird durchgeführt, da Hörorgan und Gleichgewichtsorgan anatomisch sehr eng benachbart liegen und verschiedene Erkrankungen Hör- und Gleichgewichtsorgan betreffen.

Da beim Fliegen schnelle Luftdruckveränderungen auftreten, wird auch eine Mittelohrdruckmessung durchgeführt. Hierbei wird die Fähigkeit, einen beim Fliegen notwendigen Druckausgleich durchführen zu können, beurteilt. Ist z. B. ein adäquater Druckausgleich während der Landung nicht möglich, so kommt es zu einem Druckunterschied zwischen dem Kabinen- und dem Mittelohrdruck. Dieser relative Unterdruck im Mittelohr kann Folgen bis hin zum Riss des Trommelfelles, Verlust des Hörvermögens sowie Schwindel und Erbrechen haben.

Letztendlich wird das Sprachverständnis durch einen Sprachverständnistest geprüft.


Sonografie der Nasennebenhöhlen


Durch die Sonografie der Nasennebenhöhlen werden Erkrankungen der Nasennebenhöhlen ausgeschlossen, welche zu einer Beeinträchtigung der Flugfähigkeit führen können.